Aufruf zur landesweiten Wendehals-Erfassung 2021

Aufruf zur landesweiten Wendehals-Erfassung 2021

Der Wendehals ist als Zugvogelart nach Art. 4 Abs. 2 EU-Vogelschutzrichtlinie in
Niedersachsen in seinem Bestand stark zurückgegangen und auf der Roten Liste der
in Niedersachsen und Bremen gefährdeten Brutvögel bereits seit 2001 als „vom
Aussterben bedroht“ (Kategorie 1) eingestuft. In Kooperation zwischen der NOV und
Staatlicher Vogelschutzwarte im NLWKN soll daher im Jahr 2021 eine landesweite
Erfassung des Wendehals-Brutbestandes erfolgen. Ziel der Kartierung ist es, ein
möglichst aktuelles Bild über Bestand, Verbreitung und Habitatwahl des
Wendehalses zu erhalten.
Die letzte landesweite Kartierung datiert aus dem Jahr 2010 (WÜBBENHORST 2012).
Damals wurde ein Gesamtbestand von nur noch ca. 100 Revieren aus folgenden
naturräumlichen Regionen Niedersachsens gemeldet: Lüneburger Heide und
Wendland, Weser-Aller-Flachland, in den Börden (vor allem in der Unterregion
Ostbraunschweigisches Hügelland) sowie im Weser-Leine-Bergland, mit
Schwerpunkten in den Bereichen Lüneburger Heide und Wendland. Ein
Brutnachweis stammte zudem aus der Ems-Hunte-Geest. Bis 2009 wurden noch
mehrere Reviere im Harz nachgewiesen. In der Region "Watten und Marschen"
scheint der Wendehals derzeit ausgestorben zu sein (vgl. KRÜGER & NIPKOW 2015).
Die Bruthabitate können sich oftmals in sehr unterschiedlichen Lebensräumen
befinden, was eine flächendeckende Erfassung erschwert. Vorzugsweise besiedelt
werden Heiden, lichte Laub- und Nadelwälder bzw. Waldrandbereiche sowie
strukturreiche Dorflagen, doch dienen auch Feldgehölze, Alleen u.Ä.,
Streuobstwiesen, Hochmoorränder und Bodenabbauflächen als Habitat.
Durch Überdüngung und Ausräumung der Landschaft, Rückgang von
Streuobstwiesen und anderen Faktoren ist gebietsweise mit weiteren
Bestandseinbrüchen und dem Verschwinden der Art aus vielen vor rund zehn Jahren
noch besiedelten Gebieten zu rechnen. In den letzten Jahren gibt es jedoch
Hinweise, dass die Art zumindest in den nordöstlichen Landkreisen wieder zunimmt
(s. z.B. MAIERHOFER 2019 u. MAIERHOFER 2020).
Der Brutbestand soll durch systematische Bearbeitung der geeigneten Gebiete
möglichst vollständig und flächendeckend erfasst werden. Dafür sind wir auf Sie und
Ihre Mitarbeit angewiesen. Die Ergebnisse dieser Erfassung werden in den „Vogelkundlichen Berichten aus
Niedersachsen“ veröffentlicht.

Koordination
Mit der landesweiten Koordination wurde beauftragt:
Maike Dankelmann, Am Kosakenberg 9, 29476 Gusborn, Tel.: 05865 988740,

Email: m.dankelmann@posteo.de

 

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