Landesweite Erfassung der Turteltaube

Hinweise zur landesweiten Erfassung

Turteltaube 2021
In diesem Jahr soll in Zusammenarbeit zwischen der NOV und der Niedersächsischen
Vogelschutzwarte im NLWKN der Brutbestand der Turteltaube in Niedersachsen und Bremen
erfasst werden. Nach einem starken Bestandsrückgang in den letzten Jahrzehnten gilt die Art
heute sowohl landes- als auch bundesweit als stark gefährdet (Rote Liste Kategorie 2). Ziel
der Erfassung ist es, möglichst genaue Angaben über den Bestand und die Verbreitung der
Art zu erhalten. Besonders wertvoll sind dabei Informationen über die Habitatausstattung der
noch besetzten Reviere, um zukünftige Schutzmaßnahmen möglichst effektiv gestalten zu
können.
Zusammenfassung
• Zwei Termine (Anfang – Ende Mai, Anfang Juni – Mitte Juli)
• Erfassung von Rufern und sonstigen Bruthinweisen
• Angaben zum Bruthabitat gemäß den vorgegebenen Kategorien
• Absprache der Erfassungsgebiete mit Landeskoordinatoren und regionalen
Ansprechpartnern
• Punktgenaue Datenmeldung vorzugsweise bei ornitho.de, alternativ per Meldebogen
• Auch Nullmeldungen sind wichtig
• Meldung bis 30.09.2021
Vorkommen
Nach aktuellen Erkenntnissen kommt die Turteltaube in vielen Teilen Niedersachsens flächig,
aber spärlich vor (vgl. Krüger et al. 2014). Die Art besiedelt in der Regel halboffene
Landschaften in wärmebegünstigen Lagen mit mittelhohem Busch- und Baumbestand
(Andretzke et al. 2005). Dies umfasst eine große Spannweite an Lebensraumtypen. In
bewaldeten Gebieten ist die Art vor allem in frühen Sukzessionsstadien, an Waldrändern und
im Bereich von Lichtungen zu erwarten. Auch Gehölzbereiche an feuchten Standorten, zum
Beispiel im Bereich von Flussauen, werden gerne von Turteltauben besiedelt (Flade 1994). In
strukturreichen Agrarlandschaften stellen Feldgehölze, Hecken und Knicks geeignete
Bruthabitate dar. Auch verbuschte Hochmoorränder und Heideflächen mit Baumbestand sind
potenzielle Revierstandorte. Weiterhin sind Bruten in Gärten, Parks oder Siedlungen möglich.
Sowohl das Vorhandensein von Nahrungsflächen mit offenen Böden zur Aufnahme von
Getreide und anderen Pflanzensamen (z. B. Ackerflächen, Grünland oder Brachen) als auch
der Zugang zu Wasser sind neben dem Vorkommen geeigneter Brutgehölze weitere wichtige
Elemente eines potenziellen Revierstandorts. Allerdings können Turteltauben auch
Nahrungsflüge von mehreren Kilometern Länge zu geeigneten Nahrungshabitaten
zurücklegen (Browne & Aebischer 2003).

Erfassung
Die Erfassung verläuft nach der Methodik von Südbeck et al. 2005.

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